Rezension - Girls
Das Universum dehnte sich aus. Und dann, ganz schnell, zog es sich wieder zusammen.
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Titel: Girls
Autorin: Kirsty Capes
Verlag: btb [Penguin Randomhouse]
Seitenzahl: 544
Erscheinungsdatum: 27.08.2025
Preis: 25,00€ [gebunden]
ISBN 978-3-442-76305-4
Das Buch wurde mir freundlicherweise vom btb Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst jedoch in keinster Weise meine Meinung.
I N H A L T
Der Klappentext: Zum Zeitpunkt ihres Todes wurde viel über das Leben der weltberühmten Künstlerin Ingrid Olssen spekuliert. Ihr bekanntestes Werk ist das Selbstporträt Girls, das sie zusammen mit ihren beiden Töchtern Matilda und Nora zeigt. Was die Öffentlichkeit jedoch nie erfuhr, war, wie sehr die beiden Schwestern unter dem ausschweifenden Lebenswandel ihrer Mutter litten. Zwei Jahre nach deren Tod nimmt ein Biograf Kontakt zu Matilda auf. Zudem ist im MOMA in San Francisco eine Ingrid-Olssen-Retrospektive geplant – obwohl die Künstlerin einer solchen Werkschau nie zugestimmt hätte. Wollte sie doch, dass ihre Asche in den Canyon und ihre Bilder ins Meer geworfen werden. Um ihrer Mutter diesen letzten Wunsch zu erfüllen, brechen die beiden ungleichen Schwestern zu einer Reise durch den Westen der USA auf. Sie werden mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, mit den Menschen, die ihnen einst nahestanden, und mit den Lebensentscheidungen, die sie getroffen haben. Und sie wissen, ihre Geschichte ist noch nicht zu Ende.
M E I N E M E I N U N G
Das Buch ist mit über 500 Seiten kein Buch, das man einfach mal so nebenbei wegliest. Einige Abschnitte ziehen sich, und die Intensität der Themen, Schuld, psychische Verletzungen, komplizierte Mutter-Tochter-Dynamiken, kann anstrengend sein. Ich habe mir für das Lesen des Buches extra viel Zeit genommen und konnte es innerhalb weniger Tage beenden.
Erzählt wird die Geschichte von Matilda in der Ich-Perspektive, die ältere der beiden Töchter. Capes durchbricht die lineare Handlung immer wieder mit Rückblenden, biografischen Fragmenten und Interview-Passagen über Ingrid. Ingrid, die Mutter von Matilda und Nora, ist dabei eine faszinierende Figur: Nach außen hin eine gefeierte Künstlerin, deren Werke verehrt wurden und die Öffentlichkeit in Staunen versetzte. Zuhause jedoch war sie eine schwierige Mutter, oft abwesend, egozentrisch, oftmals verletzend, nicht nur psychisch, sondern auch physisch. Und genau dieses Spannungsfeld, Ikone für die Welt, Problemfigur im Privaten, zieht sich durch die ganze Geschichte. Ich fand das unglaublich spannend, weil man ständig zwischen Wut, Verständnis und einer gewissen Bewunderung schwankt. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, Ingrid Olssen sei eine reelle Persönlichkeit. Kirsty Capes hat es geschafft, reale Orte und Personen mit in die Geschichte einzubeziehen, wodurch dieses Gefühl verstärkt wurde.
Vor allem der Roadtrip hat es mir angetan. Währenddessen bin ich durch die Seiten nur so geflogen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
F A Z I T
Ein tolles Buch, vor allem für all diejenigen, die "The Seven Husbands of Evelyn Hugo" von Taylor Jenkins Reid geliebt haben! Eine großartige Empfehlung!

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